Ein Museum, das dem Regen Stand hält

By vacanzelago • on March 23, 2009

LAGO MAGGIORE - Jedes Mal, wenn es regnet, freue ich mich, obwohl ich in 90 Prozent der Fälle keinen Schirm dabei habe, an den Mauern entlang schleichen und meine kämpferischste Mine aufsetzen muss, damit andere Menschen, die mir entgegen kommen, den Weg frei machen. Dieses System funktioniert leider fast nie. Doch ein wenig Regen auf den Kleidern ist ein Preis, den ich gern zahle, um eine sauberere Stadt und eine weniger vergiftete Luft genießen zu können.

Die Schirmverkäufer sind natürlich immer fürsorglicher als ich. Sie stehen sofort bereit, um unserer Vergesslichkeit nachzukommen. Man findet sie am Ausgang der U-Bahn-Stationen, der Bahnhöfe und an den Straßenecken mit ihren Waren: Kleine Schirme in allen Farben, die alle am selben Ort
produziert werden und dasselbe kosten.

Lago Maggiore MuseumDie Verkäufer bieten ihre Schirme auch den Personen an, die mit einem Lädierten Schirm unterwegs sind, den sie wahrscheinlich einem Bürokollegen geklaut haben, der nicht einmal mehr wusste, ihn zu besitzen und der ihn selbst bei einem dieser Verkäufer erstanden hatte. Diese Schirme entsprechen unserer Zeit. Ein heftiger Regenfall, oder ein plötzlicher Windstoss genügen und Schwups klappen sie nach hinten und sind dann nicht mehr die alten. Es ist sinnlos und teuer, sie reparieren zu lassen. Dabei waren Schirme in vergangenen Zeiten elegante Gegenstände hoher Handwerkertradition und sogar Kunstobjekte! Auch die mythische Rolle, die sie in der Antiken Spielten, darf nicht vergessen werden. Der Regenschirm hat wirklich eine sehr lange Reise hinter, bevor er zum täglichen Serien-Hergestellten Gebrauchsgegenstand wurde. China. Ägypten, Indien und Japan beanspruchen, den Regenschirm erfunden zu haben.

Für all diese Zivilisationen war er ein heiliges Objekt. Mit der Zeit ist er zu einem Luxusaccessoires für reichere Familien geworden. Im Mittelalter verliert man seine Spuren, abgesehen von Bildern, auf denen er als liturgisches Objekt für die Päpste interprätiert werden kann. In der Renaissance gab es dann „Karussellschirme“. Die Diener der Ritter schützten ihre Herren, während sie mit ihrer Rüstung auf einem Pferd das Tournier bestritten. Ein wenig so, wie es heute bei Valentino Rossi&Company geschieht.

Wer sich wie ich von der Geschichte alltäglicher Gegenstände angezogen fühlt, sollte wissen, dass es in Gignese bei Verbania ein Museum der Regen-und Sonnenschirme gibt.

Sollten Sie einen Ausflug zum Lago Maggiore planen, lohnt es sich, dieses Museum zu besuchen, das mehrheitlich von ausländischen Touristen aufgesucht wird. Die 10.000 Besucher sind fast exklusiv Ausländer. Leider ist das Museum nur vom 1. April bis zum 30. September offen.

ES befindet sich in einem kuriosen Gebäude, dessen Grundriss die Form von drei nebeneinander liegenden Schirmen hat. In den Sälen wird die Geschichte des Regenschirms und der vielen Schirmmacher der Gegend erzählt. Es handelte sich, ab dem 18. Jahrhundert, um eine große, sehr aktive Gemeinschaft, die nicht ganz in die lokale Bevölkerung integriert war. Es ist eine faszinierende Geschichte von Armut und Mut.

Im Museum sind antike, sehr interessante Schirme ausgestellt. Interessant ist das Material, die Griffe, die Werkzeuge, die zur Herstellung der Regenschirme verwendet wurden und die alten Bilder. Eine Tabelle erzählt über Tarusc, eine Sprache, mit der die Handwerker untereinender kommunizierten. Darüber können Sie hier lesen.

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